Ein Umzug zu einem neuen Hoster ist kein Neustart deines Projekts. Es ist ein kontrollierter Wechsel der technischen Umgebung. Wer Dateien, Datenbanken, E-Mail und DNS in der richtigen Reihenfolge behandelt, merkt den Umzug oft nur an einer kurzen Umschaltung, nicht an einem Tag Offlinezeit.
Was wirklich umzieht
Je nach Projekt sind das vier Blöcke, die getrennt betrachtet werden sollten:
- Website: Dateien, CMS, Uploads, Konfiguration.
- Datenbanken: Inhalte, Shop-Bestellungen, Benutzerkonten.
- E-Mail: Postfächer, Aliase, Weiterleitungen, vorhandene Nachrichten.
- Domain: DNS, Nameserver, SSL, manchmal der Registrar selbst.
Nicht jedes Projekt braucht alle vier. Eine reine Visitenkarte ohne Mail ist schneller umgezogen als ein Shop mit Jahren an Bestelldaten. Genau deshalb lohnt sich vor dem ersten Kopieren eine kurze Bestandsaufnahme.
Vorher: Inventar und Zugänge
Notiere, was produktiv ist: welche Domain, welche Subdomains, welche Datenbanken, welche PHP-Version, ob Cronjobs laufen, wo Backups liegen. Besorge dir Zugänge zum bisherigen Panel, zu FTP oder SFTP, zur Datenbank und zum Domain-Registrar. Ohne diese Angaben beginnt kein seriöser Umzug, unabhängig davon, ob du selbst ziehst oder uns beauftragst.
Senke die TTL der wichtigen DNS-Einträge rechtzeitig, oft 24 Stunden vorher, zum Beispiel auf 300 Sekunden. Dann verbreiten Namensänderungen schneller, wenn später die IP oder die Nameserver wechseln.
Inhalte zuerst auf das neue Hosting
Die neue Umgebung sollte stehen, bevor die Domain umgehängt wird. Typischer Ablauf:
- Paket bestellen und Zugänge prüfen.
- Website und Datenbank auf den neuen Server kopieren.
- Konfiguration anpassen (Datenbankname, Pfade, URLs im CMS).
- Über eine Testdomain oder die Hosts-Datei prüfen, ob die Seite läuft.
- Erst danach DNS oder Nameserver umstellen.
Wer die Domain zuerst umstellt und erst danach kopiert, produziert genau das, was niemand will: Besucher sehen eine leere oder falsche Seite, während die alte Umgebung schon nicht mehr zuständig ist.
E-Mail nicht vergessen
Postfächer sind oft der heiklere Teil. Nachrichten liegen auf dem alten Server, Geräte sind auf alte Hostnamen eingestellt, und MX-Einträge entscheiden, wo neue Mails ankommen. Ein Umzug kann bedeuten:
- Postfächer neu anlegen und Clients umstellen,
- bestehende Mails per IMAP zu kopieren,
- MX-Records erst zu wechseln, wenn die neuen Postfächer stehen.
Wenn Website und Mail auf derselben Domain liegen, müssen die Zeitpunkte zusammenpassen. Sonst kommt die Website schon vom neuen Server, die Mail aber noch vom alten, oder umgekehrt.
DNS und SSL am Schlusstag
Die Umschaltung ist der Moment, in dem die Domain auf die neue IP oder die neuen Nameserver zeigt. SSL-Zertifikate müssen auf der neuen Umgebung ausgestellt oder mitgenommen werden. Ein Zertifikat vom alten Server gilt nicht automatisch auf dem neuen. Plane etwas Puffer: Caches bei Providern und Geräten brauchen Minuten bis Stunden, auch bei niedriger TTL.
Prüfe danach bewusst:
- Website über die echte Domain, nicht nur über eine Testdomain
- Weiterleitungen von www und http auf https
- Formularversand und Anmeldefunktionen
- Mail-Empfang und -Versand
- Cronjobs, Schnittstellen, Zahlungsanbieter
Was wir übernehmen können
Wenn du den technischen Teil nicht selbst machen willst, prüfen wir den Umfang und ziehen Website, Datenbanken und Postfächer nach Absprache um. Dafür brauchen wir die erforderlichen Zugänge zum bisherigen Anbieter, nicht mehr, und nur für die vereinbarte Übertragung. Den Ablauf beschreiben wir auf den Produktseiten, etwa beim Webhosting.
Die alte Umgebung solltest du erst kündigen, wenn die neue Seite und die Mail nachweislich laufen. Eine Woche Überlappung kostet wenig und verhindert, dass ein übersehener DNS-Eintrag ins Leere zeigt.